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Wer kümmert sich um Ihre Website, wenn die Agentur weg ist?

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Die Agentur hat aufgehört, der Webdesigner antwortet nicht mehr, die zuständige Person ist pensioniert. Die Seite läuft noch. Was Sie jetzt sichern sollten, was laufend anfällt und wer die Betreuung übernehmen kann.

7 Min. LesezeitOktober 2026LMMeier

Es gibt viele Gründe, warum der Mensch hinter einer Website plötzlich fehlt. Eine kleine Agentur schliesst, ein Freelancer wechselt in eine Festanstellung, die Person im Betrieb, die «das mit der Website» erledigt hat, ist nicht mehr da. Meistens fällt es erst auf, wenn eine Änderung nötig ist und niemand antwortet.

Die gute Nachricht: Eine Website hört nicht auf zu funktionieren, nur weil niemand mehr zuständig ist. Die weniger gute: Sie altert trotzdem weiter. Wer jetzt in Ruhe ein paar Dinge klärt, muss später keinen Notfall lösen.

Zuerst: drei Dinge, ohne die nichts geht

1. Die Domain

Die Adresse Ihrer Website ist der wertvollste Teil, weil an ihr meistens auch Ihre E-Mail hängt. Klären Sie, bei welchem Anbieter sie registriert ist und auf wen. Der schnellste Hinweis ist eine Rechnung für die Domain. Läuft sie auf die Agentur statt auf Ihren Betrieb, ist das der dringendste Punkt dieser Liste: Wird die Verlängerung nicht bezahlt, kann die Adresse verloren gehen und mit ihr die E-Mail. Was dabei sonst noch wem gehört, steht im Beitrag Wem gehört Ihre Website.

2. Das Hosting

Wo liegt die Seite, und wer bezahlt den Speicherplatz? Wurde das Hosting über die Agentur abgerechnet, fragen Sie beim Hoster direkt nach, wie ein Wechsel des Vertragsinhabers abläuft. Die Anforderungen dafür sind je nach Anbieter verschieden; rechnen Sie damit, dass Sie nachweisen müssen, dass die Website zu Ihrem Betrieb gehört.

3. Die Zugänge

Administrator im Redaktionssystem, Hosting, Domain, Google-Unternehmensprofil, allenfalls Statistik und Formulardienst. Schreiben Sie auf, was Sie haben und was fehlt. Läuft ein Konto über Ihre eigene E-Mail-Adresse, können Sie das Passwort meistens selbst zurücksetzen.

Und der Punkt, der oft vergessen geht: Die Konten der früheren Agentur bleiben bestehen, bis jemand sie entfernt. Auch wenn man sich im Guten getrennt hat, gehören diese Zugänge gelöscht oder mit neuen Passwörtern versehen, sobald Sie selbst Zugriff haben.

Dann: wo die Seite steht

Bevor Sie entscheiden, wer übernimmt, brauchen Sie ein Bild vom Zustand. Einen ersten Blick gibt Ihnen unser Website-Schnellcheck: 28 Prüfpunkte dazu, ob die Seite gefunden wird, auf dem Mobiltelefon funktioniert und rechtlich sauber ist. Die Prüfung läuft in Ihrem Browser, Sie müssen dafür keine Zugänge herausgeben.

Dazu kommen drei Fragen, die sich nur mit Zugang beantworten lassen. Welches System steckt dahinter, also WordPress, Joomla, TYPO3 oder eine handgebaute Seite? Wann wurde zuletzt aktualisiert, und auf welcher PHP-Version läuft die Seite? Gibt es Sicherungen, wo liegen sie und wie weit reichen sie zurück?

Was laufend anfällt, auch wenn niemand hinschaut

Vier Bereiche braucht jede Website, egal wer sie gebaut hat.

Wartung und Updates. System, Erweiterungen und die Serversoftware darunter bekommen laufend Aktualisierungen, und ältere Versionen fallen aus der Unterstützung. PHP 8.2 zum Beispiel erhält laut der offiziellen Übersicht auf php.net nur noch bis Ende 2026 Sicherheitskorrekturen. Eine Seite, die seit Jahren niemand angefasst hat, läuft gut möglich auf Technik, für die es keine Korrekturen mehr gibt.

Sicherheit. Angriffe auf kleine Websites sind selten persönlich gemeint. Sie laufen meistens automatisch: Programme durchsuchen das Netz nach bekannten Lücken in veralteten Systemen und Erweiterungen. Eine Seite ohne Betreuung ist deshalb nicht wegen ihres Inhalts gefährdet, sondern wegen ihres Alters. Eine Garantie gegen Angriffe gibt es nicht, auch nicht mit Betreuung; was es gibt, sind aktuelle Software, saubere Zugänge und eine Sicherung, aus der sich die Seite wiederherstellen lässt.

Erreichbarkeit. Lädt die Seite, kommt das Kontaktformular an, ist das Zertifikat gültig? Beim Zertifikat hat sich gerade etwas verschoben: Seit dem 15. März 2026 sind öffentlich vertrauenswürdige TLS-Zertifikate höchstens 200 Tage gültig, ab März 2027 noch 100 Tage. Wird das Zertifikat nicht automatisch erneuert, braucht es künftig mehrmals im Jahr einen Handgriff. Ist es abgelaufen, sehen Besucher eine Warnseite statt Ihrer Website.

Sicherungen. Die meisten Hoster sichern automatisch, oft aber nur für kurze Zeit und auf demselben Server. Fällt ein Problem erst nach Wochen auf, steckt es bereits in jeder verfügbaren Sicherung. Eine Kopie ausserhalb des Webservers, länger aufbewahrt und einmal probehalber zurückgespielt, löst das. Was sonst nach dem Livegang anfällt, beschreibt der Beitrag Wer pflegt Ihre Website nach dem Launch ausführlicher.

Drei Wege, wer es übernimmt

Selbst. Realistisch für schlanke Seiten, wenn im Betrieb jemand Zeit und Lust hat, Aktualisierungen einzuspielen und beim Hoster nachzufragen. Kostet kein Geld, aber Aufmerksamkeit, und die fehlt im Tagesgeschäft zuerst. Ohne fixe Termine im Kalender passiert es erfahrungsgemäss nicht.

Auf Zuruf. Sie suchen sich eine neue Ansprechperson und melden sich, wenn etwas ist. Abgerechnet wird nach Aufwand. Das ist ehrlich und für viele Betriebe passend, hat aber eine Grenze: Es funktioniert nur bei Störungen, die Sie bemerken. Ein Formular, das still keine E-Mails mehr zustellt, gehört nicht dazu.

Laufende Betreuung. Jemand schaut regelmässig hin, ohne dass Sie daran denken müssen. Bei uns heisst das die Website-Wache, gedacht für bestehende Seiten, auch für solche, die nicht von uns gebaut wurden. Ihr Hosting bleibt, wo es ist. Es gibt drei Stufen, monatlich kündbar und ohne Mindestlaufzeit:

  • Basis, CHF 49 pro Monat: Erreichbarkeit überwacht mit Meldung bei Ausfall, tägliche Sicherung ausserhalb des Webservers mit 30 Tagen Aufbewahrung, monatliche Suche nach Schadcode, ein Bericht pro Monat.
  • Betrieb, CHF 99 pro Monat: dazu monatliche Aktualisierung von System und Erweiterungen, vorher auf einer Kopie getestet, 90 Tage Aufbewahrung und eine Stunde Pflegezeit.
  • Plus, CHF 179 pro Monat: wöchentliche Aktualisierung, tägliche Suche nach Schadcode, Rückmeldung innert vier Stunden an Arbeitstagen und zwei Stunden Pflegezeit.

Die Wache macht eine Seite nicht unangreifbar. Sie sorgt dafür, dass ein Problem früh bemerkt wird und dass es eine saubere Sicherung gibt. Rückmeldung heisst dabei Rückmeldung, nicht Behebung innert vier Stunden.

Und ein Neubau? Nicht automatisch. Ist die Seite technisch tragfähig, reicht es, sie in neue Hände zu geben. Neu bauen lohnt sich erst, wenn eine Aktualisierung mehr kostet als ein Neuanfang oder die Seite ohnehin keine Anfragen mehr bringt. Wann das der Fall ist, steht im Beitrag Website-Relaunch: wann er sich lohnt.

Checkliste für die Übernahme

  1. Domain: Anbieter, Inhaber und nächstes Verlängerungsdatum notiert, Inhaber ist Ihr Betrieb.
  2. Hosting: Vertrag auf Ihren Namen oder Wechsel des Vertragsinhabers beim Hoster angefragt.
  3. Zugänge: Liste aller Konten, Passwörter in einem Passwortmanager, Konten der früheren Agentur entfernt.
  4. System: Name, Version und PHP-Version bekannt.
  5. Sicherung: vorhanden, ausserhalb des Webservers, Wiederherstellung einmal geprüft.
  6. Formular: Testanfrage gesendet und im richtigen Postfach angekommen.
  7. Zertifikat: Ablaufdatum geprüft, automatische Erneuerung bestätigt.
  8. Zuständigkeit: schriftlich festgehalten, wer sich ab jetzt kümmert.

Ist bereits etwas passiert, etwa eine Warnung von Google oder fremde Inhalte auf Ihrer Seite, gehen Sie nicht nach dieser Liste vor, sondern nach der Seite Website gehackt: was jetzt zu tun ist.

Häufige Fragen

Was tun, wenn mein Webdesigner nicht mehr erreichbar ist?

Zuerst drei Dinge klären: auf wen die Domain läuft, wer das Hosting bezahlt und welche Zugänge Sie selbst haben. Danach den Zustand der Seite feststellen, also System, letzte Aktualisierung und Sicherungen. Erst dann entscheiden, wer die Betreuung übernimmt. Eine Website hört nicht sofort auf zu funktionieren, wenn niemand mehr zuständig ist, aber sie altert weiter.

Kann jemand anderes eine Website betreuen, die er nicht gebaut hat?

Ja, in den allermeisten Fällen. Voraussetzung sind die Zugänge zu Hosting und Redaktionssystem oder zu den Dateien. Je verbreiteter das System und je besser der Zustand, desto einfacher die Übernahme. Bei sehr veralteten oder stark angepassten Seiten kann es sinnvoller sein, neu zu bauen; das sollte aber das Ergebnis einer Prüfung sein, nicht die erste Antwort.

Was kostet die laufende Betreuung einer bestehenden Website?

Bei LMMeier gibt es dafür die Website-Wache in drei Stufen: Basis CHF 49, Betrieb CHF 99 und Plus CHF 179 pro Monat, monatlich kündbar ohne Mindestlaufzeit, auch für Seiten, die nicht von uns gebaut wurden. Das Hosting bleibt bei Ihrem bisherigen Anbieter und ist nicht enthalten. Alternativ ist Wartung auf Zuruf nach Aufwand möglich.

Muss ich meine Website neu bauen lassen, wenn die Agentur weg ist?

Nicht automatisch. Ist die Seite technisch tragfähig, reicht es, sie in neue Hände zu geben. Ein Neubau lohnt sich, wenn das System so alt ist, dass eine Aktualisierung mehr kostet als ein Neuanfang, wenn wichtige Zugänge fehlen und nicht zu beschaffen sind oder wenn die Seite ohnehin keine Anfragen mehr bringt.

Stand und Fundstellen: Oktober 2026. Unterstützungszeitraum von PHP 8.2 (Sicherheitskorrekturen bis 31. Dezember 2026): offizielle Übersicht der unterstützten Versionen auf php.net. Höchstlaufzeit öffentlich vertrauenswürdiger TLS-Zertifikate (200 Tage ab 15.03.2026, 100 Tage ab 15.03.2027): Beschluss SC-081v3 des CA/Browser Forum vom April 2025. Leistungen und Preise der Website-Wache: unsere Seite Website-Sicherheit. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Über uns: LMMeier ist eine Webagentur im Kanton Zug. Websites für KMU zum Festpreis und Betreuung bestehender Seiten, persönlich von Lisa und Matthias. ← Alle Beiträge

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