Ein Brot lässt sich in drei Stunden herstellen. Es sieht dann aus wie unseres, wiegt gleich viel
und kostet die Hälfte. Was fehlt, merkt man erst am zweiten Tag — und im Magen. Hier steht, was wir
anders machen und was es kostet.
Der Tag beginnt nicht um 06:00, sondern am Vorabend. Zwischen Anstellgut
und Verkauf liegen achtzehn Stunden, in denen niemand etwas beschleunigen kann.
18 h
Teigführung statt Beschleuniger
Unser Sauerteigbrot geht achtzehn Stunden, das Ruchbrot zwölf. In dieser Zeit bauen
Milchsäurebakterien einen Teil der schwer verdaulichen Bestandteile ab — deshalb vertragen
viele Menschen langgeführtes Brot, die bei Industriebrot Beschwerden haben. Das ist kein
Marketingversprechen, sondern der Grund, warum es diese Führung überhaupt gibt.
1979
Ein Anstellgut, drei Generationen
Der Sauerteig, mit dem wir arbeiten, wird seit 1979 gefüttert. Jeden Tag wird ein Teil
entnommen und ein Teil erneuert; über die Jahre entsteht daraus eine eigene Kultur, die man
nicht kaufen kann. Wenn er stirbt, ist er weg — deshalb steht immer eine Reserve im Kühlschrank
bei Frau Halter zu Hause.
1968
Der Steinofen
Er heizt langsam auf und hält die Hitze lange. Das ist bei Brot der ganze Unterschied: Ein
Umluftofen bläst die Kruste trocken, ein Steinboden gibt Hitze von unten und lässt das Brot
aufspringen. Er braucht mehr Strom als ein moderner Ofen, und wir haben trotzdem nie ernsthaft
über einen Ersatz nachgedacht.
18 km
Mehl aus dem Seetal
Unser Mehl kommt von einer Mühle in Hochdorf, die Getreide aus der Zentralschweiz verarbeitet.
Wir wissen, welche Ernte in welchem Sack ist, und wir passen die Wassermenge an, wenn ein Jahr
nass war. Bei einem Grosslieferanten wäre das nicht möglich — dort ist jeder Sack gleich, weil
er verschnitten ist.
0
Keine Backmischungen, kein Aufbackbrot
Bei uns wird nichts aufgebacken, was woanders vorgebacken wurde. Das ist heute die Ausnahme:
Ein grosser Teil dessen, was in der Schweiz als „frisch gebacken“ verkauft wird, kommt tiefgekühlt
aus einer Zentrale und wird im Laden fertig gebacken. Das ist erlaubt und muss nicht
deklariert werden. Wir sagen es trotzdem, weil es den Preisunterschied erklärt.
Zwei Lernende, und beide dürfen ans Brot.
Wir bilden seit 1961 aus. Wer bei uns lernt, steht ab dem zweiten Jahr
selbst an der Teigmaschine und macht ab dem dritten den Sauerteig-Ansatz. Das kostet uns
gelegentlich einen Ansatz und ist trotzdem der einzige Weg, wie jemand es wirklich lernt.
Von den elf Lernenden der letzten zwanzig Jahre arbeiten sieben heute noch im Beruf. In einer
Branche, in der die Hälfte innert fünf Jahren aussteigt, ist das die Zahl, auf die wir am
meisten achten.
1961
Seit diesem Jahr bilden wir aus
11
Lernende in den letzten zwanzig Jahren
7
davon heute noch im Beruf
2
Lernende zurzeit im Betrieb
Kommen Sie um sechs.
Dann ist das Brot noch warm, der Laden noch leer und
jemand hat Zeit, Ihnen zu zeigen, was hinten passiert. Wer möchte, darf einen Blick in die Backstube
werfen — melden Sie sich einfach kurz vorher an, dann steht niemand im Weg.
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