Unser Brot braucht achtzehn Stunden. Das lässt sich nicht abkürzen, und wir haben es
auch nie versucht — deshalb steht der Sauerteig schon am Vorabend, und deshalb ist um sechs Uhr
alles da, was Sie hier finden.
Laden Mo–Fr ab 06:00, Samstag ab 06:30 · Sonntag 07:30–11:00
· Zopf gibt es Freitag und Samstag
03:40 Uhrgeht das Licht in der Backstube an, sieben Tage die Woche
18 StundenZeit hat der Sauerteig — ein Teig mit drei Stunden schmeckt nach nichts
1979ist unser Anstellgut; Vater Halter hat es übernommen
1934dieselbe Backstube an der Dorfstrasse in Baar
Vom Sauerteig bis zum letzten Brot.
Eine Bäckerei ist kein Laden mit Öffnungszeiten,
sondern ein Tag mit festen Punkten. Hier ist unserer — damit Sie wissen, wann Sie was bekommen
und warum um halb sechs abends nicht mehr alles da ist.
03:40
Der Sauerteig kommt aus dem Kühlraum
Er steht seit dem Vorabend und hat vierzehn Stunden Zeit gehabt. Ein Teig, der drei Stunden
geführt wird, geht auch auf — er schmeckt nur nach nichts und liegt schwerer im Magen. Unser
Anstellgut ist von 1979; Vater Halter hat es übernommen, als er den Betrieb bekam.
05:15
Gipfeli und Plundergebäck
Der Butterteig wird am Vortag touriert und über Nacht gekühlt. Am Morgen wird geformt, gefüllt
und gebacken — Gipfeli, Nussgipfel, Schoggiweggli, Apfeltäschchen. Wir arbeiten mit Butter,
nicht mit Ziehmargarine. Das ist teurer und der Grund, warum ein Gipfeli bei uns 1.90 kostet
und nicht 1.20.
06:00
Der Laden geht auf
Um sechs steht alles da. Wer zwischen sechs und sieben kommt, bekommt Brot, das noch warm ist —
und meistens ein Gespräch mit Frau Halter, die zu dieser Zeit im Laden steht. Kaffee gibt es
auch, und drei Tische, an denen man ihn trinken kann.
11:30
Mittag: belegte Brote und Wähen
Zwischen halb zwölf und zwei kommen die Leute aus den Betrieben an der Industriestrasse.
Belegte Brote mit dem, was da ist, dazu eine Wähe, Salat und Suppe im Winter. Nichts davon
steht schon morgens fertig herum — wir belegen, wenn Sie da sind.
17:00
Was übrig ist, wird nicht weggeworfen
Ab fünf Uhr gibt es Brot vom selben Tag zum halben Preis. Was dann noch bleibt, geht an den
Mittagstisch der Kirchgemeinde und an zwei Höfe in der Umgebung. Weggeworfen wird bei uns
nichts — dafür ist Mehl zu teuer und Arbeit zu lang.
Seit 1934 dieselbe Backstube. Nicht dieselben Rezepte.
Der Urgrossvater hat 1934 mit Ruchbrot und Weggli angefangen. Was
geblieben ist: die Backstube im Hinterhaus, der Steinofen von 1968 und die Regel, dass niemand
Teig anfasst, der nicht mindestens zwölf Stunden Zeit hatte.
Was sich geändert hat: Wir mahlen heute kein Mehl mehr selbst, dafür kommt es von einer Mühle
im Seetal, die Getreide aus dem Kanton verarbeitet. Und wir backen glutenfrei an zwei Tagen die
Woche in einer getrennten Schiene — das gab es 1934 nicht, weil es niemand verlangt hat.
Um sechs Uhr steht alles im Laden. Was davor passiert, sieht niemand — und genau das ist der Unterschied zwischen einem Brot für sechs Franken und einem Aufbackling für zwei. Hier ist die Nacht, Stunde für Stunde.
Von 02:00 bis 06:0001 / 04
02:00
Der Sauerteig kommt aus dem Kühlraum
Er steht seit dem Vorabend und hat vierzehn Stunden bei zwölf Grad gehabt. Ein Teig, der drei Stunden warm geführt wird, geht auch auf — er schmeckt nur nach nichts und liegt schwerer im Magen. Unser Anstellgut ist von 1979.
18 hTeigführung beim Sauerteigbrot03:40
Geformt wird von Hand, jedes einzeln
Zwei Personen, hundertsechzig Brote, keine Maschine. Das dauert siebzig Minuten und ist der Grund, warum kein Laib aussieht wie der daneben. Gleichzeitig läuft der Butterteig für die Gipfeli — touriert am Vortag, über Nacht gekühlt.
04:30
Der Steinofen von 1968
Er braucht neunzig Minuten, um auf Temperatur zu kommen, und hält sie danach von selbst. Brot kommt bei 250 Grad fallend hinein, Gipfeli bei 210 konstant. Die dunkle Kruste ist Absicht: dort sitzt der Geschmack, und das Brot hält damit drei Tage statt einem.
06:00
Der Laden geht auf
Um sechs steht alles da. Wer zwischen sechs und sieben kommt, bekommt Brot, das noch warm ist. Was um 17:00 noch da ist, kostet die Hälfte, und was dann bleibt, geht an den Mittagstisch der Kirchgemeinde — weggeworfen wird bei uns nichts.
0Brote im Abfall
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